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	<title>ecke:sócrates &#187; Proteste</title>
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	<description>Das Hintergrund-Journal zur WM 2014 in Brasilien</description>
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		<title>Die WM als Anregung zum Nachdenken</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Jul 2014 00:12:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Tobias Zwior]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ganz Brasilien redet, diskutiert und streitet über die WM. Verhindert wurde sie trotz vieler Proteste im Vorjahr nicht mehr. Offen ist, welches Vermächtnis sie dem Land hinterlässt. ecke:sócrates hat mit denjenigen gesprochen, die das besonders betrifft: den aktuellen Schülern. (Porto...]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ganz Brasilien redet, diskutiert und streitet über die WM. Verhindert wurde sie trotz vieler Proteste im Vorjahr nicht mehr. Offen ist, welches Vermächtnis sie dem Land hinterlässt. ecke:sócrates hat mit denjenigen gesprochen, die das besonders betrifft: den aktuellen Schülern.</em></p>
<p>(Porto Alegre)</p>
<p>In einem großen Klassenraum der Pastor Dohms Schule in Porto Alegre hat der Abschlussjahrgang heute Deutschunterricht. Die Schule ist eine Privatschule, eine der besseren der Stadt. Es ist der erste Ruhetag dieser Weltmeisterschaft, ein Tag ohne Fußball. »Das schlägt sich definitiv in den Anwesenheitszahlen nieder«, sagt Paula Paetzhold, die Deutschlehrerin. »Die WM ist eben eine Ausnahmesituation und ich kann verstehen, dass vielen Schülern die WM-Spiele momentan etwas wichtiger sind als die Deutschvokabeln.« Jetzt sei sie jedoch froh, dass heute alle Schüler da sind. Es ist eine besondere Unterrichtsstunde: Gemeinsam mit ecke:sócrates sollen die Schüler, die zwischen 16 und 17 Jahren alt sind, aus ihrer Perspektive über die WM sprechen– auf Deutsch. Hier sind einige der Antworten, die die Schüler, auf dieses Thema angesprochen, gegeben haben:</p>
<p><strong>Angelo:</strong> »Ich finde, dass die WM ein tolles Event ist, aber in Brasilien haben wir eigentlich so viele andere Dinge, die Priorität haben sollten. Die WM macht Spaß, aber es fehlen Schulen und Krankenhäuser. Es gibt weniger Leute, die protestieren, als im Vorjahr. Aber wir können jetzt eh nichts mehr ändern, denn die WM ist schon da.«</p>
<p><strong>Nina:</strong> »Ich bin gegen die WM. Ich weiß, dass es eine schöne Party ist, aber es gibt zu viele Negativpunkte. Die nächsten Weltmeisterschaften sind in Russland und Katar. Das ist sehr schlecht. Hier in Brasilien gibt es so viele Spannungen. Aber die FIFA denkt, dass das nicht ihre Probleme sind. Und, dass die Welt diese Probleme nicht sieht. Ich weiß, dass wir nicht mehr protestieren können, weil es zu spät ist, aber ich eigentlich müssten wir es gerade jetzt tun, damit unsere Probleme offensichtlich werden und um zu zeigen, dass die FIFA nicht alles mit uns machen kann.«</p>
<p><strong>Eduardo:</strong> »Die WM ist ein großartiges Ereignis. Wir sollten nicht gegen sie protestieren, aber gegen die Regierung schon. Sie hat sehr viel Geld von den Menschen genommen und der FIFA gegeben, zum Beispiel für die Stadien.«</p>
<div id="attachment_452" style="width: 970px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/07/6.jpg"><img class="size-full wp-image-452" src="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/07/6.jpg" alt="Nina, Matheus und Daniela diskutieren (Bild: P. Paetzhold)" width="960" height="720" /></a><p class="wp-caption-text">Nina, Matheus und Daniela diskutieren (Bild: P. Paetzhold)</p></div>
<p><strong>Matheus I.:</strong> »Wir wissen schon seit acht Jahren, dass die WM hier sein würde. Und wir haben nichts gemacht. Letztes Jahr haben wir zwar protestiert aber da war alles schon fast fertig. Unsere Regierung hatte schon alles organisiert. Bei den Protesten ging es um viele Dinge, die schlecht laufen im Land, zum Beispiel die Korruption. Ich war selbst einmal dabei und bin auch immer noch für diese Bewegung. Leider hätte sie eher beginnen müssen, als ein Jahr vorher. Ich finde es seltsam, dass die WM jetzt so eine Party ist. Ich verstehe nicht, wieso dieses Jahr auf einmal so viele Menschen für die Spiele sind.«</p>
<p><strong>Matheus II.:</strong> »Ich denke anders. Wir Brasilianer haben eine sehr schlechte Meinung über uns selbst. Wir denken schlechte Sachen über Brasilien. Aber es gibt viele positive Punkte, die wir nicht sehen wollen. Viele Ausländer sagen das. Wie zum Beispiel die Band »Scorpions«, die ein Lied darüber geschrieben hat. Natürlich gibt es Probleme, aber es ist nicht so schlecht wie wir denken.«</p>
<p><strong>Nicolas:</strong> »Ich denke auch, dass die WM eine gute Sache ist. Wir sollten sie mit der Rugby-WM in Südafrika vergleichen. Dort machte die WM die Menschen stärker, vor allem im Kampf gegen Rassismus. Wir sollten es hier so machen wie in Südafrika. Dann könnten wir uns gemeinsam gegen die Probleme mit dem System auflehnen. Nicht nur gegen Rassismus, sondern auch gegen das politische System. Unsere Generation könnte diese Probleme lösen.«</p>
<div id="attachment_456" style="width: 970px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/07/12.jpg"><img class="size-full wp-image-456" src="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/07/12.jpg" alt="Lehrerin Paula Paetzhold mit Nicolas und Eduardo. Das Deutsch-Wörterbuch bleibt während der gesamten Schulstunde unangetastet. (Bild: privat)" width="960" height="720" /></a><p class="wp-caption-text">Lehrerin Paula Paetzhold mit Nicolas und Eduardo. Das Deutsch-Wörterbuch bleibt während der gesamten Schulstunde unangetastet. (Bild: privat)</p></div>
<p><strong>Nina: </strong>Die WM passiert und die Stadien sind nicht voll. Der Stadionsprecher sagt uns nicht die korrekte Zahl der Personen, die im Stadien sind. Aber wir sehen im Fernsehen, dass die Stadien nicht voll sind. Die Tickets sind zu teuer. Ich möchte zu einem Spiel gehen, aber das geht nicht. In Südafrika gab es Tickets für Kinder, was sehr schön war. Das gab es hier nicht oder nur sehr wenig.</p>
<p><strong>Angelo:</strong> Aber es gibt viele öffentliche Schulen, die Tickets bekommen haben, zum Beispiel die meiner Mutter, die dort als Lehrerin arbeitet. Da konnten 20 Schüler im Stadion das Spiel Frankreich gegen Honduras sehen.</p>
<p><strong>Daniela:</strong> »Ich finde, dass die WM eine große und schöne Party ist. Hier in Brasilien kommen Leute zusammen, die ein gutes Gefühl von ihrem Land haben. Und die Probleme, die wir hier haben nichts mit der FIFA oder der WM zu tun, sondern mit der Regierung. Die sollte besser investieren in öffentliche Schulen und Krankenhäuser. Ich kenne viele Schüler, die es nicht so gut haben wie wir hier. Insgesamt denke ich, dass die WM eine sehr gute Möglichkeit ist für die Leute, solche Probleme zu reflektieren und mehr über das Land nachzudenken. Ich persönlich genieße es sehr, dass so viele Ausländer in der Stadt sind, Holländer, Argentinier, Franzosen, Deutsche, mit denen wir gemeinsam feiern können.«</p>
<div id="attachment_454" style="width: 970px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/07/9.jpg"><img class="size-full wp-image-454" src="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/07/9.jpg" alt="Für Daniela ist die WM ein Grund zum Nachdenken. Das schließe aber das Feiern mit den holländischen Fans nicht aus (Bild: privat)" width="960" height="720" /></a><p class="wp-caption-text">Für Daniela ist die WM ein Grund zum Nachdenken. Das schließe aber das Feiern mit den holländischen Fans nicht aus (Bild: privat)</p></div>
<p><strong>Nicolas:</strong> »Genau, ich habe zum Beispiel am Orange Square viele Holländer kennengelernt. Ich habe rausgefunden, dass Holländisch ein bisschen wie Deutsch ist. Auch die Nigerianer kennenzulernen war super, weil es eine komplett andere Kultur ist. Selbst die Argentinier, gegen die wir in Brasilien viele Vorurteile haben, sind nette Menschen und haben die Stadt nicht verwüstet, wie vorher befürchtet.«</p>
<p><strong>Matheus II.</strong>: »Trotz aller Probleme: Das Gefühl, wenn Brasilien ein Tor schießt und wir zusammen jubeln – das genieße ich am meisten!«</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_450" style="width: 970px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/07/2.jpg"><img class="size-full wp-image-450" src="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/07/2.jpg" alt="Die Gruppendiskussion im Klassenraum (Bild: privat)" width="960" height="720" /></a><p class="wp-caption-text">Die Gruppendiskussion im Klassenraum (Bild: privat)</p></div>
<p>Es klingelt zur Pause. Die Schüler haben jetzt Physikunterricht, verlassen den Klassenraum aber nur zögerlich. Sie könnten noch viel mehr über ihre WM-Erfahrungen berichten und über die Kontroversen diskutieren. Die WM ist ein Ereignis, das sich in der Erinnerung der heranwachsenden brasilianischen Generation fest verankern wird. Ein Ereignis, das viele Menschen schon in sehr jungen Jahren politisiert hat. Ob und wie sie das Land langfristig verändern wird, liegt in der Hand von Schülern wie Angelo, Nina oder Matheus.</p>
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		<title>»Das hier ist unsere WM« &#8211; oder?</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jun 2014 22:12:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Tobias Zwior]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Belo Horizonte]]></category>
		<category><![CDATA[Demonstrationen]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Universität in Belo Horizonte ist idyllisch gelegen. Inmitten einer Grünanlage mit dem See »Lagoa da Pampulha«, der noch von Oscar Niemeyer entworfen wurde, als Rückzugsort. Das WM-Stadion Estádio Mineirão liegt ebenfalls in dieser Idylle. Hier beginnt das Problem. &#160;...]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Universität in Belo Horizonte ist idyllisch gelegen. Inmitten einer Grünanlage mit dem See »Lagoa da Pampulha«, der noch von Oscar Niemeyer entworfen wurde, als Rückzugsort. Das WM-Stadion Estádio Mineirão liegt ebenfalls in dieser Idylle. Hier beginnt das Problem.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>(Belo Horizonte)</p>
<p>João studiert seit einigen Jahren Medienwissenschaften an der Universidade Federal de Minas Gerais. Er ist ein fröhlicher Mensch, den eigentlich so schnell nichts aus der Ruhe bringen kann. Doch das ist seit rund drei Wochen anders, seit die WM begonnen hat. »Hier hat sich in kürzester Zeit sehr viel verändert«, sagt er. »Die Busse fahren auf einmal anders, überall sind Polizisten, kleine Geschäfte in der Umgebung mussten schließen, der Verkehr ist langsamer, die Stadt ist voll, die Stadt ist stressig.« Der Campus seiner Universität hingegen ist leer und wirkt wie ausgestorben. Das Semester wurde in diesem Jahr schon einen Monat eher als gewöhnlich beendet, da den Organisatoren der WM der laufende Uni-Betrieb in direkter Nähe des Stadions ein Dorn im Auge war. Aus diesem Grund musste João sein Auslandssemester in Deutschland Anfang des Jahres ebenfalls einen Monat früher abbrechen, um rechtzeitig zu Semesterbeginn in Belo Horizonte zu sein. Jetzt, in den verfrühten Ferien, schreibt er an mehreren Hausarbeiten, die er an seine deutsche Uni nachreichen muss.</p>
<div id="attachment_369" style="width: 1034px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/06/WP_20140618_005.jpg"><img class="size-large wp-image-369" src="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/06/WP_20140618_005-1024x578.jpg" alt="Blick auf das Estádio Mineirão vom Uni-Campus aus (Bild: T. Zwior)" width="1024" height="578" /></a><p class="wp-caption-text">Blick auf das Estádio Mineirão vom Uni-Campus aus (Bild: T. Zwior)</p></div>
<p>In Joãos Studentenwohnheim, zu Fuß keine zehn Minuten vom Stadion entfernt, herrscht eine bedrückte Stimmung. Viel wird in diesen Tagen über die WM gesprochen. Kein Morgen beginnt, ohne, dass beim typischen »Café da manhã« (Morgenkaffee) das Wort »Copa« fällt und auch abends, bei einer kühlen »Cerveja«, kommt kein Gespräch ohne dieses Wort aus. Die wenigen im Wohnheim verbliebenen Studenten diskutieren leidenschaftlich über alles, was mit dieser WM zu tun hat, nur nicht über Fußball. »Ich kann nicht ignorieren, was hier in meinem direkten Umfeld vor sich geht. Da kann und will ich mich nicht auch noch auf die Spiele konzentrieren«, sagt João. Und eine seiner Kommilitoninnen drückt es noch drastischer aus: »Für mich gibt es keine Fußball-WM«, sagt sie. Die Studenten zeigen sich jeden Tag gegenseitig Videos der letzten Demonstrationen gegen die WM und lesen sich Artikel aus vertrauenswürdigen Quellen vor.</p>
<div id="attachment_368" style="width: 1034px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/06/WP_20140618_008.jpg"><img class="size-large wp-image-368" src="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/06/WP_20140618_008-1024x578.jpg" alt="»Hier (auf dem Campus) ruht die Fifa« (Bild: T. Zwior)" width="1024" height="578" /></a><p class="wp-caption-text">»Hier (auf dem Campus) ruht die Fifa« (Bild: T. Zwior)</p></div>
<p>Belo Horizonte, im Volksmund nur »BH« (sprich »be-agá«) genannt und Hauptstadt des Bundestaates Minas Gerais, gilt als eine der Hochburgen der Protestbewegung &#8211; und die Studenten sind ihre treibende Kraft. Bei einer Demonstration am ersten Wochenende nach WM kamen rund 1000 Menschen auf der Praça Sete, einem der zentralen Plätze der Stadt zusammen. Das sind nicht viele – verglichen mit dem Vorjahr. Trotzdem waren es genug, um die Militärpolizei in Alarmbereitschaft zu setzen. Rund 12.000 Militärpolizisten kesselten die Demonstranten auf dem Platz ein, keiner kam mehr rein, keiner konnte raus. »Das war maßlos übertrieben und hat uns nur noch wütender gemacht«, sagt João, der mit einigen Freunden an der Demo teilgenommen hat. Obwohl keine Gewalt von Seiten der Demonstranten ausging wurden 25 von ihnen von der Polizei festgenommen und einer durch ein Gummigeschoss leicht verletzt.</p>
<p>Die Militärpolizisten sind eines der Phänomene, die während dieser WM besonders auffallen. Insgesamt 15.000 von ihnen weilen momentan in Belo Horizonte. An nahezu jedem wichtigen öffentlichen Ort der Stadt stehen sie und beobachten. Mehr als seltsam wirkt es, wenn sie darüber hinaus noch versuchen, Sympathien für sich zu gewinnen. In einem Park, unweit der Praça Sete, gipfelt diese Absicht in einem skurrilen Szenario: Vor einem Banner mit der Aufschrift »Es existieren Superhelden im realen Leben«, können Kinder gemeinsam mit einem grinsenden Polizeimaskottchen und einem »Superman« (der zudem noch stark an Cristiano Ronaldo erinnert) für ein Erinnerungsfoto posieren. Die Militärpolizei versucht sich als familientauglicher Freund und Helfer zu inszenieren, wirkt aber eher wie eine plumpe Version des Orwellschen »Big Brother«.</p>
<div id="attachment_370" style="width: 1034px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/06/WP_20140621_025.jpg"><img class="size-large wp-image-370" src="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/06/WP_20140621_025-1024x578.jpg" alt="Gleich zwei Helden auf einem Bild: Militär-Maskottchen und Super-Ronaldo (Bild: T. Zwior)" width="1024" height="578" /></a><p class="wp-caption-text">Gleich zwei Helden auf einem Bild: Militär-Maskottchen und Super-Ronaldo (Bild: T. Zwior)</p></div>
<p>Ein paar hundert Meter entfernt, soll es an diesem Tag aber dann doch noch Arbeit für die Supermänner geben. Zumindest, wenn man den Facebook-Gruppen Glauben schenkt, über die João und seine Mitstreiter kommunizieren. In unregelmäßigen Abständen wird dort eine »Assembleia Popular Horizontal« einberufen, eine Versammlung, in der demokratisch die nächsten Schritte des Protests geplant werden. Für das vergangene Wochenende waren das eine neue Demo an der Praça Sete sowie eine Besetzung eines weiteren zentralen Platzes, um dort ein alternatives Fußballturnier auszutragen. João und die anderen Studenten aus dem Wohnheim haben hohe Erwartungen an die kommenden Tage.</p>
<p>Von der Demo ist allerdings am vereinbarten Ort zur vereinbarten Zeit nicht viel zu sehen. Gegenüber des Obelisken der Praça Sete haben sich nicht mehr als 20 Personen versammelt. Zwei, drei Banner und die Bilder der beim Stadionbau gestorbenen Arbeiter halten sie in den Händen. Drumherum stehen – natürlich – fast gelangweilt rund 50 Militärpolizisten. Ein Mikrofon wird unter den Demonstranten abwechselnd herumgereicht und jeder, der möchte, kann etwas sagen. Der Großteil der Redner spricht über Bildung, Gesundheit und Korruption. Einige fordern die Regierung auf, Marihuana zu legalisieren, wie es vor kurzem in Uruguay geschehen ist. Und es gibt vereinzelte »Fifa raus«-Gesänge. João ist enttäuscht. »Vielleicht ist das nur ein Ablenkungsmanöver und dafür ist woanders mehr los. Oder sie haben für die Besetzung morgen noch viel vorzubereiten.«</p>
<div id="attachment_372" style="width: 1034px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/06/WP_20140621_061.jpg"><img class="size-large wp-image-372" src="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/06/WP_20140621_061-1024x578.jpg" alt="Die Demonstration auf der Praca Sete (Bild: T. Zwior)" width="1024" height="578" /></a><p class="wp-caption-text">Die Demonstration auf der Praca Sete (Bild: T. Zwior)</p></div>
<p>Doch auch am nächsten Tag ist von Protesten keine Spur. Angekündigt war es, um 12 Uhr mittags die Praça da Estação, benannt nach dem alten Bahnhofsgebäude davor, zu besetzen. Bis auf die Militärpolizisten ist allerdings noch niemand da. Erst gegen 15 Uhr trudeln die ersten Menschen ein und beginnen zu musizieren und zu tanzen. Eine Stunde später sind rund 300 Menschen versammelt, hauptsächlich Studenten. Die Militärpolizisten verziehen keine Miene und bilden wieder eine Art Kreis um die Praça. Doch innendrin protestiert niemand. Stattdessen findet das angekündigte Fußballturnier statt. »Das hier ist unsere WM«, ruft einer. Dann wird gespielt. Harakiri statt Tiki-Taka. Und der Schiedsrichter ist bezeichnenderweise ein Clown mit Aktenkoffer in der Hand. Trotzdem fällt bei fast jedem Tor der Jubel der Spieler und Zuschauer emotionaler aus, als vielerorts bei den WM-Toren von Neymar.</p>
<div id="attachment_374" style="width: 1034px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/06/WP_20140622_010.jpg"><img class="wp-image-374 size-large" src="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/06/WP_20140622_010-1024x578.jpg" alt="Joao und seine Freunde auf dem Weg zur Besetzung (Bild: T. Zwior)" width="1024" height="578" /></a><p class="wp-caption-text">João und seine Freunde auf dem Weg zur Besetzung (Bild: T. Zwior)</p></div>
<div id="attachment_376" style="width: 1034px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/06/WP_20140622_026.jpg"><img class="wp-image-376 size-large" src="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/06/WP_20140622_026-1024x578.jpg" alt="WP_20140622_026" width="1024" height="578" /></a><p class="wp-caption-text">Ob dieser Schiedsrichter die Fifa-Zulassung bekommen hätte? (Bild: T. Zwior)</p></div>
<p>Langsam wird es dunkel. Der Platz ist jetzt noch voller geworden, ein mobiler Grillmeister verkauft Fleisch mit Bohnen und Reis. Es treten einige Bands auf und Trommel-Trupps ziehen umher. Die Praça da Estação ist zum Ort eines Straßenfests geworden, einige der Militärpolizisten sind wieder gefahren. Zwischen zwei Liedern ruft der Sänger einer Band ins Mikrofon: »Wir haben zwar hier Spaß, aber vergesst nicht, dass wir gegen die Fifa sind.«</p>
<p>Die Studenten in Belo Horizonte sind wütend. Aber sie schaffen es zur Halbzeit der WM nicht, ihre Wut auf die Straße zu bringen.</p>
<div id="attachment_377" style="width: 1034px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/06/WP_20140622_029.jpg"><img class="size-large wp-image-377" src="http://www.eckesocrates.de/wp-content/uploads/2014/06/WP_20140622_029-1024x578.jpg" alt="Der Mannschaftsbus der Militärpolizei kann wieder abfahren (Bild: T. Zwior)" width="1024" height="578" /></a><p class="wp-caption-text">Der Mannschaftsbus der Militärpolizei kann wieder abfahren (Bild: T. Zwior)</p></div>
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		<title>Von Freibier und Blechschäden</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Feb 2014 15:39:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Tobias Zwior]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[hintergrund:ecke]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
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		<description><![CDATA[Johannes Gerlach, ehemaliges Mitglied des sächsischen Landtages (SPD) lebt seit mehreren Jahren als Energie- und Klimaberater in Santa Catarina, Brasilien. Das politische Geschehen vor Ort verfolgt er genauestens. Im Interview mit ecke:sócrates spricht er über Brasiliens aktuelle politische Situation im...]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><i>Johannes Gerlach, ehemaliges Mitglied des sächsischen Landtages (SPD) lebt seit mehreren Jahren als Energie- und Klimaberater in Santa Catarina, Brasilien. Das politische Geschehen vor Ort verfolgt er genauestens. Im Interview mit ecke:sócrates spricht er über Brasiliens aktuelle politische Situation im WM- und Wahljahr, den Vertrauensverlust in der Bevölkerung und auffällige Parallelen zur DDR.</i></p>
<p><strong>ecke:</strong> Herr Gerlach, Brasilien hat 2014 politisch bewegende Ereignisse vor sich. Die WM im Juni/Juli und kurz darauf die Wahl im Oktober. Wie schätzen Sie die aktuelle politische Situation in Brasilien ein?</p>
<p><strong>Gerlach:</strong> Nach den Protesten und Demonstrationen rund um den Confederations Cup 2013 ist der Nationalkongress, bestehend aus Senat (<i>Senado Federal) </i>und Abgeordnetenkammer (<i>Câmara dos Deputados)</i>, ein wenig in Schwung gekommen. Aber die grundlegenden Änderungen, die eigentlich nötig wären, um das Land zu verändern, sind nicht geschehen. Das Thema Korruption zum Beispiel ist weiterhin tabu.</p>
<p><strong>ecke:</strong> Können Sie “in Schwung kommen” präzisieren?</p>
<p><strong>Gerlach:</strong> Sowohl der Senat als auch die Abgeordnetenkammer haben nach einer gewissen Zeit der Schockstarre dann einige Projekte relativ schnell gemacht. Jedoch nur unter dem Druck der Straße. Dazu zählen die sogenannte »Cura Gay«, ein Gesetz, das Homosexualität als Krankheit definiert hat, das abgeschafft wurde. Auch eine Verfassungsänderung, die Politikern und Polizisten weitestgehende Straffreiheit gewährt hätte, wurde zurückgenommen. Aber wie gesagt, die eigentlichen Grundlagen einer Demokratie, zum Beispiel das Wahlsystem, die Machtverteilung oder das Verhältnis zwischen Politik und Medien werden zwar thematisiert, aber dann nur untereinander hin und her geschoben.</p>
<p><strong>ecke:</strong> Sie sprechen das Wahlsystem an. Was sind dessen Schwächen?</p>
<p><strong>Gerlach:</strong> Das Wahlsystem ist hochproblematisch. Zunächst gibt es nicht wie in Deutschland eine Fünf-Prozent-Hürde, das heißt jede Partei kann theoretisch in das Parlament einziehen. Dazu gibt es eine große Parteienvielfalt. Es gibt so viele Parteien, dass es nur sehr schwer zu überblicken ist, welche Partei wofür steht und welcher Politiker für welche Partei antritt. Das führt in Brasilien zum sogenannten »Dança das Cadeiras«, einem buchstäblichen Tanz der Sitze. Die Politiker wechseln so oft die Parteien wie in keinem anderen Land. Manchmal innerhalb weniger Stunden. Außerdem gibt es keine Wahlkreise, sondern die Kandidaten treten bei einer Wahl pro Bundesland an, was zu einem sehr teuren und sehr unpersönlichen Wahlkampf führt. Der wird außerdem mit unsauberen Mitteln wie eben Korruption geführt. Ein Abgeordneter hat sogar einmal eine Wahl durch den großflächigen Ausschank von Freibier gewonnen.</p>
<p><strong>ecke:</strong> Sie erwähnten die Protestbewegungen im letzten Jahr. Wie haben Sie diese miterlebt?</p>
<p><strong>Gerlach:</strong> Auch in meiner Kleinstadt gab es Demonstrationen, die zahlenmäßig äquivalent zu den großen Epizentren abliefen. Bei einer Größe von 20.000 Einwohnern waren bei uns dann rund 100 Leute auf der Straße. Hauptsächlich habe ich die Proteste aber durch die Medien miterlebt.</p>
<p><strong>ecke:</strong> Wie würden Sie die Berichterstattung in den brasilianischen Medien beschreiben?</p>
<p><strong>Gerlach:</strong> Da war vor allem in den großen Medien in dieser Zeit ein eigenartiger Prozess zu beobachten: Anfangs wurden die Proteste für mindestens eine Woche lang schlicht ignoriert oder wenn überhaupt als Jugendbewegung abgetan. Zu einem Umdenken der Medien hat dann aber die massive Polizeigewalt vor allem in Rio und São Paulo geführt, mit der auch gegen Medienvertreter wie Journalisten und Kameramänner vorgegangen wurde. Das war oft wahllos und sehr brutal. Und dann sprang der Funke von den sozialen Medien doch ziemlich schnell auf die traditionellen Medien über.</p>
<p><strong>ecke:</strong> In einem Ihrer Vorträge haben Sie das aktuelle Brasilien mit der DDR in der Zeit kurz vor der Wende verglichen, die sie auch selbst miterlebt haben.</p>
<p><strong>Gerlach:</strong> Ja, in der DDR hatte sich etwas zusammengebraut, was auf einmal sehr schnell explodiert ist. Da meldeten sich plötzlich Leute zu Wort, die höchstens mal im Park oder zu Hause »Scheiß Honecker« gesagt haben. Die Angst vor dem System, vor den Repressionen des Systems war plötzlich weg. Da sehe ich in Brasilien eine Parallele zu den Montagsdemos. Auf einmal sind Zehntausende auf der Straße und trauen sich etwas zu sagen, trotz Polizei.  In der brasilianischen Gesellschaft entdecke ich allerdings immer wieder auch Dinge, die mir unangenehm bekannt vorkommen.</p>
<p><strong>ecke:</strong> Zum Beispiel?</p>
<p><strong>Gerlach:</strong> Nehmen wir zum Beispiel den Öffentlichen Dienst. Das fängt schon bei der Post an, deren Mitarbeiter staatliche Beamte sind. Dort beschleicht mich immer wieder das Gefühl: Die wissen, dass ich etwas von ihnen möchte und das zeigen sie mir dann auch. Die Beamten kommen nicht mir zuvor, indem sie mir ihren Service anbieten, sondern ich als Kunde störe deren Tagesablauf. Diese Einstellung zieht sich in Brasilien durch viele Servicebereiche und  ist vor allem auch in der Handwerksbranche verbreitet.</p>
<p><strong>ecke:</strong> Ist dies auch ein Grund für den immensen Vertrauensverlust der Brasilianer in nahezu alle Institutionen?</p>
<p><strong>Gerlach:</strong> Absolut. Es ist nicht nur das Vertrauen in naheliegende Institutionen wie Polizei, Banken, Kirche, Militär oder die Medien erschüttert, sondern zum Beispiel auch in Sozialverbände oder sogar in die Feuerwehr. Ein derartiger Vertrauensverlust ist der Tod der Demokratie. Die Leute versuchen lieber ihre Angelegenheiten irgendwie selbst zu klären. Denn am Ende, so der Tenor, ist man als Bürger immer der Angeschmierte. Ich hatte zum Beispiel einmal einen kleinen Verkehrsunfall. Mir ist jemand ins Auto reingefahren, es war seine Schuld, aber er wollte nicht für den Schaden aufkommen. Da habe ich eine brasilianische Frau, die dabei war, gebeten als Zeugin auszusagen. Sie sollte nur sagen, was sie gesehen hat. Aber sie entschuldigte sich mit der Aussage, das könne sie nicht tun, sie habe ja Kinder…Und da ging es nicht um Drogen oder Mord, sondern um einen Blechschaden.</p>
<p><strong>ecke:</strong> Zurück zur Politik: Welchen Einfluss wird die WM auf die kurz darauffolgende Wahl in Brasilien haben?</p>
<p><strong>Gerlach:</strong> Keinen nennenswerten, bis auf den, dass alle Welt kurz vor der Wahl nach Brasilien schaut. Zum Beispiel hat Brasilien pro Jahr 50.000 Verkehrstote. Das hat vorher niemanden interessiert. Jetzt interessiert das auch internationale Medien. Aber ich bezweifle ansonsten den direkten Einfluss, den die WM auf die Wahl haben wird. Es wird wohl eher wieder sein wie so oft schon zuvor: Der Politiker, der sich mit dem besten Fußballer zeigen kann, hat sein Bild in der Zeitung sicher.</p>
<p><strong>ecke:</strong> Die Aktiven der Protestbewegungen gegen Ungleichheit, Korruption, das versagende Bildungs- und Gesundheitssystem lehnen bisher alle Parteien rigoros ab, sind unorganisiert und es herrscht eine gewisse Stagnation. Können sie dennoch aus dieser Position heraus langfristig etwas ändern?</p>
<p><strong>Gerlach:</strong> Sie können weiterhin den Finger vehement in die Wunde legen. Aber irgendwann werden Sie sich entscheiden müssen, bei welcher Politik sie sich aufgehoben fühlen. Es gibt auch in der offiziellen Politik Leute, die etwas ändern wollen…</p>
<p><strong>ecke:</strong> …wie zum Beispiel den ehemaligen Fußballweltmeister Romario, der gerade seine Kandidatur für den Senat bekannt gegeben hat und die Kosten der WM schon länger als Kernproblem betrachtet…</p>
<p><strong>Gerlach:</strong> …oder auch die parteilose Marina Silva, eine bekannte Politikerin aus dem grünen Spektrum. Aber ich sehe da momentan noch nicht die Mehrheiten. Fest steht: Das Land hat angefangen sich zu bewegen, aber es hat noch einen weiten Weg vor sich.</p>
<p><strong>ecke:</strong> Erwarten Sie aufgrund der politischen Spannungen einen Interessensverlust der Brasilianer an der Fußball-WM?</p>
<p><strong>Gerlach:</strong> Auf keinen Fall. Die Brasilianer können und werden den Fußball nicht ignorieren. Die Stadien, Bars und Sofas vor dem Fernseher werden voller denn je sein. Und die Kinder werden auch dieses Jahr während der Spiele der Seleção Schulfrei haben.</p>
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